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(Bielefeld, 20.2.2008)

 

Der Wohnungsmarkt der Region Ostwestfalen-Lippe ist äußerst verbraucherfreundlich: Die Wohnungsmieten sind stabil. Die Preise für frei stehende Eigenheime und Reihenhäuser gingen in vielen Städten zurück.

 

In Bielefeld, Herford, Gütersloh, Paderborn und Lipptstadt gingen beispielsweise die Preise für gebrauchte Eigenheime – je nach Lage und Ausstattung – um etwa fünf Prozent zurück. Den größten Rückgang gab es bei einfach ausgestatteten Eigenheimen in Bielefeld: Hier sanken die Preise gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent: von 230.000 auf 210.000 Euro. In den vergangenen Wochen stabilisierten sich die Preise allerdings auf diesem Niveau. Dies geht aus den aktuellen Immobiliendaten des Immobilienverbands IVD-West hervor.

 

Die Gründe für die Preisrückgänge sind vielschichtig. Die Verbraucher sind weiterhin verunsichert und neigen dazu, den Eigentumserwerb zu verschieben. Dazu trugen Faktoren bei wie die internationale Kreditkrise und die gestiegenen Kosten für Energie, Lebensmittel und Benzin. Die Nachfrage nach besonders günstigen sowie nach Immobilien in exzellenten Lagen ist hoch. Teuere Immobilien werden vor allem von berufstätigen Paaren nachgefragt, die entweder keine Kinder haben beziehungsweise deren Nachwuchs ausgezogen ist. Diese "Generation 50plus" ist bereit, nochmals den Lebensmittelpunkt zu verlegen. Zumeist zieht es sie in die Stadt.

 

 

In Bielefeld sanken die Preise für gebrauchte, frei stehende Einfamilienhäuser in den vergangenen zwölf Monaten – je nach Ausstattung und Lage - zwischen ein und neun Prozent. In guten Lagen wie im Musikerviertel, am Botanischen Garten, Gadderbaum, Ostpark oder im Bielefelder Westen muss man für ein großzügiges, gut ausgestattetes Eigenheim mit über 200 Quadratmetern Wohnfläche etwa 300.000 bis 400.000 Euro einrechnen.

 

Stabil blieben die Preise für Reihenhäuser und Doppelhaushälften. Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen sind hingegen gesunken: Je nach Ausstattung und Standort zwischen vier und sechs Prozent: So muss man für eine gut ausgestattete Wohnung in guter Lage 1.200 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche einrechnen. An sehr guten Standorten etwa 1.800 Euro. Schwer zu vermitteln sind Eigentumswohnungen in größeren, vielstöckigen Mehrfamilienhäusern, die an verkehrsreichen Straßen liegen und keine Balkone haben.

 

Die Bielefelder Wohnungsmieten sind unverändert stabil. In guten Lagen wie in der Altstadt sowie im erweiterten Innenstadtbereich muss man etwa sechs bis 6,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (Netto-Kaltmiete) einrechnen. In Stadteilen liegen die Mieten etwa einen Euro darunter.

 

Büro- und Ladenmieten gestiegen

 

Die Bielefelder Büromieten sind leicht gestiegen – je nach Ausstattung zwischen sieben und 13 Prozent. So kletterten sie beispielsweise für modern ausgestattete Büros (mit Klimaanlage, neuer Beleuchtung, Sonnenschutz, ausreichend Parkplätzen) von 7,50 auf acht Euro pro Quadratmeter Nutzfläche (Netto-Kaltmiete). Die Büronachfrage konzentriert sich auf das Stadtzentrum. Für unsanierte Büros aus den 1950er bis 1970er Jahren ist es hingegen schwieriger, neue Mieter zu finden, da sie zumeist nicht die gewünschten Ansprüche erfüllen. Auch die Mieten für Ladenlokale in den Bielefelder 1a-Lagen stiegen an. In der Bahnhofstraße muss man für ein ebenerdiges Ladenlokal bis etwa 60 Quadratmeter Fläche mit 70 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche zehn Euro mehr einkalkulieren als vor einem Jahr. Allgemein lässt sich sagen, dass in den wichtigsten Einkaufsstraßen weniger Läden leer stehen als vor zwei Jahren. Schwieriger ist die Situation in Randlagen: hier sind die Mieten mit etwa sechs Euro wesentlich geringer. Zudem ist es schwieriger, für Geschäfte neue Mieter zu finden. Hier macht es unter Umständen Sinn, die Ladenlokale in Büros oder Wohnungen umzunutzen.

 

 

In Paderborn gingen insbesondere in mittelguten und guten Lagen die Eigenheimpreise zurück. In mittelguten Lagen sanken sie um vier Prozent (von 230.000 auf 220.000 Euro), in guten wie in den östlichen Orts- und Stadtteilen sanken sie um ein Prozent auf 330.000 Euro, an sehr guten Standorten wie in der Südstadt, den Fischteichen sowie dem Dörrener Weg blieben sie mit 450.000 Euro stabil. Diese Preise muss man in etwa auch in den Stadtteilen Elsen sowie Schloss Neuhaus einkalkulieren.

 

Bei Reihenhäusern sanken die Preise im mittleren und gehobenen Segment: Für ein gebrauchtes Reihenmittelhaus muss man mit 165.000 Euro drei Prozent weniger einrechnen als im Vorjahr. In guten Lagen muss man mit derzeit 200.000 Euro etwa zwei Prozent weniger bezahlen als 2007. Die Wohnungsmieten sind in Paderborn ebenfalls leicht rückläufig gewesen. Für einfach ausgestattete Wohnungen sank die Miete von 4,50 auf 4,25 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (Netto-Kaltmiete), in guten Lagen von 5,50 auf 5,40 Euro.

 

Die Herforder Preise für Eigenheime sind in den vergangenen Monaten teilweise um bis zu fünf Prozent gesunken. Ähnlich ist auch die Entwicklung in Bad Oeynhausen, Löhne und Bad Salzuflen, wo sie ebenfalls zurück gingen. Überwiegend stabil sind in der Region hingegen die Preise für Reihen- und Doppelhäuser. Sie blieben in Bad Salzuflen, Bad Oeynhausen und Löhne stabil.

 

Konstant blieben auch die Preise für Eigentumswohnungen. In guten Lagen muss man in Herford pro Quadratmeter etwa 1.100 Euro einrechnen, in Bad Salzuflen 1.250 Euro, in Bad Oeynhausen 950 und in Löhne 900 Euro.

 

 

In Gütersloh gaben die Preise für gebrauchte Einfamilien- und Reihenhäuser – je nach Lage und Ausstattung – zwischen vier und acht Prozent nach. In guten Lagen muss man für ein frei stehendes, gebrauchtes Eigenheim 230.000 Euro kalkulieren, 10.000 Euro weniger als vor einem Jahr. Für ein vergleichbares Reihenmittelhaus muss man etwas 170.000 Euro einrechnen. Konstant blieben die Gütersloher Wohnungsmieten: in guten Lagen muss man etwa fünf Euro pro Quadratmeter (Netto-Kaltmiete) einrechnen. Auch machen sich die Folgen von Hartz IV bemerkbar: In den vergangenen Monaten zogen vermehrt Bezieher des Arbeitslosengeldes II in kleinere Wohnungen, zumeist Ein-Zimmer-Appartments, die bis zu 50 Quadratmeter Wohnfläche haben. Da es von diesen nicht viele gibt, wurde das Angebot knapper; auf die Mietpreise hat sich dies noch nicht ausgewirkt.


Abdruck honorarfrei. Diese sowie weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.ivd-west.net, Rubrik "Presse".

Ansprechpartner:

Bernhard Hoffmann, Pressesprecher IVD West

Telefon (0221) 95 14 97-14, E-Mail: hoffmann@ivd-west.net