(Mainz, 10.4.2008)
Die Preise für Baugrundstücke sind in Rheinland-Pfalz in vielen Orten in den zurückliegenden zwölf Monaten gesunken. Die Wohnungsmieten sind hingegen vielerorts gestiegen. Die Preise für Eigenheime blieben überwiegend konstant. Dies geht aus dem Immobilien-Preisspiegel Rheinland-Pfalz 2008 hervor, den der Immobilienverband IVD-West herausgab.
Während in den zurückliegenden Jahren die Baulandpreise fast immer stiegen, ist dies ein neuer Trend. Der Grund hierfür ist das Nachlassen des Wohnungsneubaus. Laut Statistischem Landesamt wurden im vergangenen Jahr 33,4 Prozent weniger Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt als 2006. Um 50 Prozent und mehr ging die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen sogar im Donnersbergkreis, im Kreis Kaiserslautern, in Bad Kreuznach, im Westerwald- sowie im Rhein-Hunsrück-Kreis zurück. Eine Ausnahmestellung nimmt lediglich die Landeshauptstadt ein: Dank der größeren Bauprojekte (Winterhafen, Frankenhöhe, Gonsbachterrassen) stiegen hier die Genehmigungszahlen um 48,4 Prozent. Mehr Wohnungen als im Vorjahr wurden außerdem in Speyer bewilligt: hier stieg die Zahl von 86 auf 99 Wohnungen (plus 15 Prozent).
Die gesunkene Bauland-Nachfrage trifft in vielen Gemeinden auf ein großes Angebot. Denn viele Orte haben in der Vergangenheit Baugebiete erschlossen, nicht zuletzt um durch den Grundstücksverkauf ihre Finanzen zu verbessern. Insbesondere Kommunen in ländlichen und wirtschaftlich schwachen Regionen (wie Pfalz und Eifel) sind von diesen Preisrückgängen betroffen, weil viele Menschen - nicht zuletzt wegen der gestiegenen Benzinkosten - lieber in der Nähe von Ballungszentren bauen oder kaufen. Zwischen vier und zwölf Prozent gingen - je nach Ort und Lage - beispielsweise die Grundstückspreise in Bad Hönningen, Bad Kreuznach, Grünstadt, Haßloch, Idar-Oberstein, Ingelheim, Mutterstadt, Wittlich und Zweibrücken zurück. Den landesweit größten Rückgang für Grundstücke gab es in mittelguten Lagen von Koblenz: Hier sanken die Preise um 29 Prozent: von 140 auf 100 Euro pro Quadratmeter Bauland. Preissteigerungen gab es in Mainz, Andernach, Bitburg, Lahnstein und Vallendar.
In Mainz müssen Häuslebauer am tiefsten in die Tasche greifen: hier kostet der Quadratmeter Bauland in guter Lage etwa 360 Euro. In Idar-Oberstein und Ulmen müssen sie mit 45 beziehungsweise 48 Euro am wenigsten einrechnen.
In den Städten mit über 40.000 Einwohnern blieben die Eigenheimpreise überwiegend stabil, teilweise stiegen sie leicht. So gab es leichte Steigerungen (um zwei bis acht Prozent) in Mainz, Koblenz, Neuwied und Landau. Überwiegend stabil blieben die Eigenheimpreise in Speyer, Pirmasens, Trier, Kaiserslautern und Frankenthal. Von dieser Preisentwicklung ausgenommen sind einfach ausgestattete Immobilien an wenig attraktiven Standorten: Für diese sanierungsbedürftigen Objekte muss man beispielsweise in Bad Kreuznach, Frankenthal, Neustadt/Weinstraße, Ludwigshafen und Worms weniger einrechnen als vor einem Jahr. Preisrückgänge - je nach Ort und Lage um bis zu zwölf Prozent - gab es außerdem in Bad Dürkheim, Unkel, Zweibrücken, Linz, Nierstein und Oppenheim. Der größte Preisrückgang war in Montabaur zu beobachten: Hier sanken die Preise für gebrauchte, freistehende Einfamilienhäuser in mittelguten Lagen um 27 Prozent - von 150.000 auf 110.000 Euro.
Tiefer müssen Immobilienerwerber hingegen in Nieder-Olm, Vallendar und Bad Ems in die Tasche greifen. In Bad Ems gab es den größten Anstieg: in einfachen und guten Lagen kletterten die Preise um 17 beziehungsweise 18 Prozent.
Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen entwickelten sich uneinheitlich: In den Städten mit über 40.000 Einwohnern gingen sie vielerorts zurück, in einigen Städten (Bad Kreuznach, Koblenz, Trier, Worms) stiegen sie leicht an. In den meisten anderen Gemeinden dieser Größenordnung sowie in Orten, die zwischen 6.000 und 10.000 Einwohner haben, gingen sie hingegen zurück. Preisrückgänge um über neun Prozent gab es in Ludwigshafen, Neuwied, Bendorf, Bad Ems, Bodenheim, Linz, Nieder-Olm und Vallendar. Die höchsten Wohnungspreise muss man mit 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Neubau-Erstbezug von Bad Neuenahr-Ahrweiler bezahlen. In Bingen muss man 2.550 Euro einrechnen, in Koblenz, Ludwigshafen und Mainz müssen Wohnungskäufer etwa 2.400 Euro einplanen.
Die Wohnungskaltmieten stiegen in den vergangenen zwölf Monaten auf breiter Front - egal ob in Groß- oder Kleinstädten, in einfach ausgestatteten Wohnungen oder im Neubau-Erstbezug. Von den 64 untersuchten Gemeinden stiegen die Wohnungsmieten in 26 Orten. Die größten Steigerungen (15 bis 33 Prozent) gab es bei neu abgeschlossenen Mietverträgen - je nach Ort und Lage - in Koblenz, Neuwied, Worms, Bad Dürkheim, Lahnstein und Bad Ems. Einzig Orte mit weniger als 6.000 Einwohnern blieben von diesem Mietanstieg weitestgehend verschont. Die höchsten Mieten muss man im Neubau-Erstbezug in guten Lagen von Mainz mit elf Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlen. In Bodenheim muss man für vergleichbare Wohnungen 8,70 Euro, in Ingelheim, Nieder-Olm, Oppenheim und Nierstein muss man etwa 8,20 Euro und in Koblenz acht Euro einrechnen. Am anderen Ende der Preisskala liegen die Neubau-Wohnungsmieten in Mayen, Ulmen und Kaiseresch mit 4,80 beziehungsweise 4,90 Euro.
Der Preisspiegel Immobilienmarkt Rheinland-Pfalz 2008 kann für 30 Euro (inkl. MwSt., zzgl. Versand) beim IVD-West bzw. DIESE GmbH bestellt werden, Tel: (0221) 95 14 97-0, E-Mail: info@diese.de oder online unter www.diese.de unter Publikationen. Abdruck honorarfrei.
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