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Steigende Benzinpreise führen dazu, dass in ländlichen Regionen die Nachfrage nach Immobilien und Baugrundstücken sinkt. Bis dato ging die Rechnung auf, dass man durch die günstigen Immobilien- und Grundstückspreise vor den Toren der Stadt, verbunden mit dem Pendeln zum Arbeitsplatz, unterm Strich günstiger fährt, als wenn man eine teure Immobilie in der Stadt kauft. Mit den hohen Energiekosten gilt dieses Kalkül nicht mehr.

Umso weniger, als dass man davon ausgehen kann, dass die Benzinpreise langfristig hoch bleiben werden. Die Folge: Die Häuser- und Grundstückspreise in ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens sanken in den zurückliegenden Monaten (wie in Sauerland, Bergisches Land, Ostwestfalen-Lippe und am Niederrhein). In Emmerich, Voerde, Wiehl, Wipperfürth und Würselen gaben die Baulandpreise - je nach Lage - zwischen zehn und 20 Prozent nach. So kostet der Quadratmeter Bauland in mittelguter Lage von Wiehl derzeit 100 Euro, vor einem Jahr noch 130 Euro. Rückgänge zwischen fünf und zehn Prozent gab es außerdem in Bergisch Gladbach, Rösrath, Rheda-Wiedenbrück und Goch. In Städten mit über 300.000 Einwohnern dagegen blieben die Grundstückspreise überwiegend stabil (wie in Duisburg, Essen und Wuppertal). Steigerungen gab es - je nach Ort und Lage - zwischen fünf und 19 Prozent in Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund und Köln. Dies geht aus dem aktuellen Immobilienpreisspiegel NRW des Immobilienverbands IVD-West hervor.

Für einen Quadratmeter Bauland in guter Lage muss man in Köln beispielsweise 380 Euro einkalkulieren, im benachbarten Brühl 260 Euro. In ländlicheren Regionen hingegen (wie in Engelskirchen, Eitorf oder Waldbröl) liegen die Preise zwischen 90 und 110 Euro.

"Es kommt noch nicht dazu, dass Menschen in ländlichen Regionen ihr Haus verkaufen, weil ihnen das Pendeln zu teuer wird. Vorher verzichten sie auf andere Dinge wie den Restaurantbesuch oder Konsumausgaben. Aber wer derzeit auf Immobiliensuche ist, schaut sehr genau hin, wie die jeweilige Wohngegend an Bus und Bahn angeschlossen ist und wie lange die Fahrt zum nächsten Oberzentrum dauert", erläutert IVD-Vorsitzender Ralph Pass.

Die geringere Bauland-Nachfrage trifft in vielen Gemeinden auf ein großes Angebot, denn viele haben in der Vergangenheit über Bedarf Baugebiete erschlossen.

Immobilienwerte sinken vermutlich weiter

Pass prognostiziert, dass diese Preise in ländlichen Regionen in den nächsten Jahren weiter - um etwa zehn Prozent - sinken könnten. "Allerdings wird dieser Prozess langsam verlaufen; entsprechend wird es nicht zu abrupten Preisrückgängen kommen", so der Immobilienexperte.

Ein zweites Phänomen untermauert diese Preisentwicklung auf dem Land. In immer mehr Familien sind beide Partner berufstätig. Ihnen kommt es entgegen, wenn sie in der Stadt wohnen und die Kinder selbstständig zur Schule und zu ihren Freizeitaktivitäten gehen können und sie für den Nachwuchs nicht Taxifahrer spielen müssen.