Die Preise für freistehende Eigenheime, Reihenmittelhäuser sowie Wohnungsmieten blieben in Wuppertal in den vergangenen Monaten stabil. Für Eigentumswohnungen muss man derzeit sogar weniger ausgeben als vor einem Jahr. Hier sanken die Quadratmeterpreise - je nach Lage und Ausstattung - um drei bis fünf Prozent. Darauf weist der Immobilienverband IVD-West hin. In Wuppertal muss man für ein gebrauchtes, freistehendes Eigenheim in guter Lage wie an den Nord- und Südhöhen etwa 320.000 Euro einrechnen. Lediglich für gut ausgestattete Häuser an stark nachgefragten Standorten gaben die Preise leicht nach: von 430.000 auf 400.000 Euro. Nur für wenige Häuser lassen sich noch Verkaufspreise in Höhe von 500.000 bis 600.000 Euro erzielen. Das Problem dieser Häuser ist, dass sie oft hohe Nebenkosten verursachen, weil sie über ein Schwimmbad oder ein Grundstück mit über 2.000 Quadratmetern Größe verfügen, das gepflegt werden muss. Gerade mittelständische Unternehmer haben sich zwischen den 1960er und 1980er Jahren solche Villen gebaut. Heute wollen sich Firmeninhaber beziehungsweise Geschäftsführer solche Häuser nicht mehr leisten, denn auch Mittelständler müssen flexibel sein, Produktionsstandorte verlagern und umziehen, so dass ihnen ein pflegeintensives Eigenheim dabei im Wege stehen würde. Da von diesen Immobilien derzeit mehr angeboten als nachgefragt werden, sind die Preise gefallen. Die Nachfrage nach innerstädtischen Eigenheimen und Eigentumswohnungen ist, von diesen Ausnahmen abgesehen, in Wuppertal gut. Nicht zuletzt, weil viele Verbraucher lieber in der Stadt als auf dem Land leben möchten. Zu diesem Umdenken tragen unter anderem die stark gestiegenen Spritpreise bei. Vor diesem Hintergrund macht es auch Sinn, einen Bereich der Generaloberst-Hoeppner-Kaserne mit Wohnhäusern zu bebauen. Dabei sollten die Grundstückspreise jedoch moderat sein (150 bis 200 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche), so der Rat des IVD-West. Zudem sollte das über 37.000 Quadratmeter große Gelände nicht von einem Bauträger alleine entwickelt werden, weil es dann recht monoton bebaut würde. Vielmehr sollte individuelle Bebauung ermöglicht werden, denn genau an solchen Flächen fehle es im Tal. Das Gleiche gelte auch für das "Bergische Plateau" der Firma Aurelis in Wichlinghausen, wo 350 Wohneinheiten (vor allem Einfamilienhäuser) entstehen sollen. Bei einer Grundstücksfläche von 300 bis 500 Quadratmetern beliefe sich der Kostenanteil für den Boden auf 50.000 bis 80.000 Euro. Leichte Rückgänge gab es bei den Wuppertaler Eigentumswohnungspreisen. Je nach Lage und Ausstattung gaben sie zwischen drei und fünf Prozent nach. In sehr guten Lagen wie am Toelleturm oder im Briller und Zooviertel muss man derzeit 1.350 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche einrechnen. Bei besonders hochwertigen Wohnungen können die Preise bei 1.550 Euro pro Quadratmeter liegen. Damit sind sie 50 Euro niedriger als vor einem Jahr. In mittelguten Lagen sanken die Preise von 1.250 auf 1.200 Euro. Konstant blieben hingegen die Wohnungsmieten. In gebrauchten Gebäuden in guter Lage müssen Verbraucher mit circa sechs Euro pro Quadratmeter (Netto-Kaltmiete) rechnen, im Neubau-Erstbezug mit etwa sieben. Die internationale Finanzkrise hat dazu geführt, dass ausländische Investoren beim Immobilienerwerb in Wuppertal vorsichtiger sind. Wurden im vergangenen Jahr noch Immobilienpakte in Höhe von insgesamt etwa 150 Millionen Euro veräußert, so sank dieser Wert im ersten Halbjahr 2008 auf unter 15 Millionen. Bis Jahresende könnte das Umsatzvolumen bei insgesamt rund 40 Millionen Euro liegen. Aber trotz der Krise gilt: Das Interesse am Wuppertaler Immobilien-Investmentmarkt ist da, die Kaufkraft jedoch fehlt derzeit. Die Wuppertaler Büromieten sind in den letzten zwölf Monaten stabil geblieben. Lediglich für moderne, gut ausgestattete Räume muss man acht Prozent weniger bezahlen. Hier sanken die Büromieten von 6,50 auf sechs Euro pro Quadratmeter Nutzfläche (Netto-Kaltmiete). Für mittelgute Büros muss man unverändert fünf Euro kalkulieren. Ein Mangel herrscht derzeit an Produktions- und Lagerhallen im Tal. Insbesondere für moderne Flächen, die zwischen 300 und 1.500 Quadratmetern Fläche haben, fehlen Angebote, die vor allem Industrie, Speditionen sowie Zulieferfirmen nachfragen. Für Abhife sorgen die Flächen in Vohwinkel (ab Herbst) sowie das geplante Gelände auf der Kleinen Höhe. Mit der Entwicklung des Döppersbergs hat sich die Stadt für Elberfeld als Oberzentrum (vor Barmen) ausgesprochen. Werden die Pläne in den kommenden Jahren eins zu eins umgesetzt, würden zusätzliche 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche in 1a-Lage hinzukommen. Dies würde die Poststraße weiter beleben und Filialisten, die in Wuppertal Geschäfte eröffnen wollen, könnten bedient werden. Neumarktstraße und Rathausgalerie würden dagegen vermutlich Passanten verlieren. Die Ladenmieten sind in der Spitzenlage (Poststraße/Alte Freiheit) Wuppertals leicht (sieben Prozent) gestiegen. Musste man vor einem Jahr pro Quadratmeter Verkaufsfläche noch 70 Euro einrechnen, so sind es heute 75. Entspannter Immobilienmarkt in Remscheid Die Remscheider Immobilienpreise sind stabil. Für gebrauchte, frei stehende Einfamilienhäuser in guter Lage muss man ungefähr 300.000 Euro einkalkulieren, an sehr guten Standorten etwa 400.000 Euro. Reihenmittelhäuser schlagen in guten Lagen mit 210.000 Euro zu Buche. Konstant blieben auch die Preise für Eigentumswohnungen: Für Gebrauchtwohnungen in sehr guten Lagen wie in Lennep, Rheinshagen oder Ehringhausen liegen die Preise bei 1.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, in mittelguten Lagen bei 1.000 Euro. Unverändert blieben die Preise für neu errichtete Eigentumswohnungen: an guten Standorten muss man für den Quadratmeter Wohnfläche etwa 2.000 Euro einrechnen. Die Remscheider Wohnungsmieten blieben in den zurückliegenden Monaten stabil. Für gut ausgestattete, gebrauchte Wohnungen muss man 4,90 Euro einrechnen, im Neubau-Erstbezug etwa 6,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. In Solingen sind die Preise für frei stehende Eigenheime sowie Reihenmittelhäuser in den vergangenen zwölf Monaten überwiegend stabil geblieben - lediglich in gehobenen und sehr guten Lagen sanken die Preise um zwei Prozent. Musste man in guten Lagen für ein gebrauchtes, frei stehendes Eigenheim vor einem Jahr noch 310.000 Euro einrechnen, so sind es heute 305.000. Geringfügig sanken auch die Preise für gebrauchte Reihenmittelhäuser: in mittelguten Lagen um zwei Prozent (von 210.000 auf 205.000 Euro), an guten Standorten um den gleichen Prozentsatz, von 230.000 auf 225.000 Euro. Die Preise für Eigentumswohnungen sind ebenfalls leicht gesunken. Für gut ausgestattete Räume in guten Quartieren muss man zwei Prozent weniger einrechnen als vor einem Jahr: die Quadratmeterpreise sanken von 1.400 auf 1.350 Euro. In einfachen und mittelguten Lagen blieben sie konstant. Stabil blieben auch die Wohnungsmieten: Lediglich für Wohnungen in Gebrauchthäusern in guten Lagen muss man mit 5,75 Euro (Netto-Kaltmiete) 25 Cent mehr einrechnen als vor einem Jahr. Für Wohnungen im Neubau-Erstbezug müssen Mieter an guten Standorten unverändert 7,25 Euro einplanen. Die Solinger Büromieten sind stabil: Für ein modernes, gut ausgestattetes Büro muss man etwa 6,25 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche einkalkulieren, für ein mittelgut ausgestattetes etwa 4,50 Euro. Das Angebot ist derzeit größer als die Nachfrage, nicht zuletzt mit dem Umzug von 14 Ämtern in das neue Rathaus, was wiederum dazu führt, dass für die bisherigen Flächen neue Mieter gesucht werden müssen. Die Leerstände bei Ladenlokalen gingen weiter zurück: In den Spitzenlagen sind keine Geschäftsräume verwaist. Die Ladenmieten liegen in der Toplage Hauptstraße bei 31,50 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche und damit 50 Cent über dem Vorjahr. Viele Filialisten und andere Händler sind aber derzeit zurückhaltend: Sie machen Ihre Wahl für den Standort Solingen davon abhängig, ob auf dem Gelände von Karstadt ein Einkaufszentrum gebaut wird oder nicht. Falls ja, würden viele vermutlich bevorzugt in dem neuen Gebäude Läden anmieten. |