(Mainz, 25.3.2009) Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sanken in den zurückliegenden zwölf Monaten in vielen Kommunen von Rheinland-Pfalz. Die Wohnungsmieten hingegen stiegen vielerorts an. Dies geht aus dem Immobilien-Preisspiegel Rheinland-Pfalz 2009 hervor, den der Immobilienverband IVD-West herausgab. Die Wirtschaftskrise wirkt sich derzeit nicht auf die Immobiliennachfrage aus. Eher das Gegenteil trifft zu: Nach den Kurseinbrüchen am Aktienmarkt ist die Nachfrage nach vermieteten Wohnungen und Häusern als Kapitalanlage seit einem halben Jahr sogar gestiegen. Gesucht werden vor allem Häuser mit sechs bis zwölf Wohnungen sowie vermietete Eigentumswohnungen mit mindestens 70 Quadratmetern Wohnfläche. Günstige Zinsen und steigende Mieten beschleunigen die Renaissance des inflationssicheren "Betongoldes". Die seit zwei Jahren in vielen Kommunen steigenden Kaltmieten, verbunden mit den niedrigen Darlehnszinsen tragen ebenfalls dazu bei, dass die Immobiliennachfrage stabil ist. Vor allem Großstädte und Ballungsregionen (Rhein-Main, Rhein-Neckar) profitieren von diesem Trend, in ländlichen Regionen (wie Westpfalz, Hunsrück, Westerwald) ist die Nachfrage nach eigenen vier Wänden geringer. In den Städten mit über 40.000 Einwohnern blieben die Eigenheimpreise überwiegend stabil, teilweise sanken sie leicht. So gab es Rückgänge (je nach Stadt und Lage um zwei bis zwölf Prozent) in Bad Kreuznach, Kaiserslautern, Landau und Worms. Den größten Rückgang gab es in Neuwied (minus 13 Prozent): Hier sanken die Preise für gebrauchte Eigenheime in mitteltguten Lagen von 160.000 auf 140.000 Euro. Stabil blieben die Preise für freistehende Einfamilienhäuser in Speyer, Ludwigshafen, Mainz, Pirmasens, Neustadt/ Weinstraße und Frankenthal. In Trier und Koblenz stiegen sie: am stärksten in einfachen Lagen von Koblenz (19 Prozent): von 160.000 auf 190.000 Euro. In kleineren Städten und Gemeinden kletterten die Preise in Bingen, Bitburg und Haßloch (zwei bis vier Prozent). Rückgänge zwischen zwei und zehn Prozent gab es beispielsweise in Bendorf, Ingelheim, Wittlich, Bodenheim, Linz und Bad Hönningen. Am stärksten fielen die Preise in Bad Ems: in einfachen Lagen von 130.000 auf 100.000 Euro (minus 23 Prozent). In Mainz muss man in guten Lagen mit 400.000 Euro für ein freistehendes, gebrauchtes Eigenheim am tiefsten in die Tasche greifen, in Alzey kostet es etwa 200.000 Euro. Am günstigsten ist ein vergleichbares Haus in Kirchheimbolanden mit 120.000 Euro. Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen entwickelten sich uneinheitlich: Neuere Wohnungen mit guter Ausstattung (Balkon, Aufzug, attraktive Lage mit guter Infrastruktur) verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahr - egal ob sie in einem großen oder kleinen Ort liegen. Bei Wohnungen, die diese Attribute hingegen nicht erfüllen, sanken häufig die Preise. Für Neubau-Eigentumswohnungen stiegen in Koblenz und Trier die Preise um teilweise über 20 Prozent. Rückgänge von zehn Prozent und mehr gab es dagegen für einfach ausgestatteten Wohnungen in Pirmasens, Haßloch, Bad Ems, Nierstein und Kusel. Die höchsten Wohnungspreise muss man mit 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Neubau-Erstbezug von Bad Neuenahr-Ahrweiler bezahlen. In Bad Kreuznach (Bereich Kurgebiet) muss man 2.700 Euro, in Bad Dürkheim 2.600 Euro kalkulieren. In Koblenz, Ludwigshafen, Neustadt, Speyer und Bingen müssen Wohnungskäufer etwa 2.400 Euro einplanen. Die Wohnungskaltmieten stiegen in den vergangenen zwölf Monaten in vielen Orten, vor allem aber in Städten mit über 40.000 Einwohnern. Von den 63 untersuchten Gemeinden stiegen sie in 21 Orten. Die größten Steigerungen (zehn Prozent und mehr) gab es bei neu abgeschlossenen Mietverträgen - je nach Ort und Lage - in Koblenz, Ludwigshafen, Neustadt/ Weinstraße, Pirmasens, Trier, Ingelheim, Dierdorf, Rengsdorf, Vallendar und Bad Ems. Den größten Anstieg gab es bei Wohnungen im Neubau-Erstbezug in Kastellaun: Hier kletterten die Kaltmieten um 33 Prozent: von 4,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche auf sechs Euro. Die höchsten Mieten muss man im Neubau-Erstbezug in guten Lagen von Mainz mit 11,50 Euro pro Quadratmeter bezahlen, in Bodenheim, Nierstein und Oppenheim muss man 8,50 Euro einrechnen, in Koblenz, Speyer und Trier acht Euro. Am anderen Ende der Preisskala liegen die Neubaumieten in Emmelshausen, Ulmen und Kaisersesch mit jeweils 4,80 Euro. Der Preisspiegel Immobilienmarkt Rheinland-Pfalz 2009 kann für 30 Euro (inkl. MwSt., zzgl. Versand) beim IVD-West bestellt werden, Tel: (0221) 95 14 97-0, E-Mail: info@ivd-west.net. Abdruck honorarfrei. Diesen Text können Sie auch aus dem Internet kopieren unter www.ivd-west.net, Rubrik "Presse". Ansprechpartner: Bernhard Hoffmann, Pressesprecher IVD West Telefon (0221) 95 14 97-14, E-Mail: hoffmann@ivd-west.net |