Wohnung oder Eigenheim? Eine kleine Beratung zum Immobilienerwerb.
Die Enscheidung zwischen Eigenheim oder Wohnung fällt vielen Menschen nicht leicht. Viel Freiraum zum Entfalten und Grünfläche zum Erholen oder lieber gut zentral erreichbar und überschaubar von der Größe? Je nach Lebensituation gestaltet sich auch der Wohnbedarf anders.
Brauche ich ein Haus mit viel Platz oder eine gutgeschnittene Wohnung im Zentrum? Vor dieser Frage steht jeder, der in die eigenen vier Wände investieren will. Interessenten sollten sich zunächst über ihre konkreten Wohnwünsche und -bedürfnisse klar werden. Eine realistische Einschätzung ist hierfür maßgebend.
Möchte man im eigenen Garten entspannen oder genügt ein Platz zum Sonnenbaden? Bin ich eher ein Stadt- oder Landmensch? Und: Wie viel Platz benötige ich wirklich? Mit den folgenden vier Fragen sollte sich jeder potentielle Bauherr oder Immobilienkäufer einmal auseinandergesetzt haben.
1. Stadt oder Land, wo möchte ich leben?
Eigentumswohnungen liegen oft in attraktiver Innenstadtlage und punkten mit nahegelegenen Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten sowie einer guten Verkehrsanbindung. Eigenheime befinden sich in der Regel an eher peripheren Standorten, wenn nicht gar außerhalb der Stadt. Ein Haus im Grünen setzt eine gute Verkehrsanbindung beziehungsweise ein oder mehrere Fahrzeuge voraus.
2. Wie viel möchte ich investieren?
Die Anschaffungs- und Unterhaltskosten sind bei einem Eigenheim meist höher als bei einer Eigentumswohnung. Das Baugrundstück muss anders als bei einer Wohnung im Ganzen selbst bezahlt werden. Gleiches gilt für die Kosten für Reparaturen, Wartungsarbeiten, Grundsteuer und Gebäudever-sicherung. Eigentumswohnungen sind je nach Lage preiswerter und auch spätere Instandhaltungskosten am Haus fallen geringer aus, weil sie von den unter einem Dach versammelten Wohnungseigentümern nur anteilig zu tragen sind. Renovierungs- und Reparaturaufwendungen, Grundsteuer und Versiche-rungen sowie Rücklagen für größere Instandhaltungsarbeiten wie beispielsweise die Erneuerung der Fassade sind, sofern sie das gemeinschaftlich genutzte Eigentum betreffen, durch das monatliche „Hausgeld“ abgedeckt. Im „Hausgeld“ enthalten ist allerdings auch das Honorar für den Verwalter, eine Ausgabe, die bei der Mehrzahl der Eigenheimbesitzer nicht anfällt.
3. Wie viel Zeit möchte ich aufwenden?
Wer sich für ein Eigenheim entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass er ganz allein für dessen Instandhaltung verantwortlich ist. Er muss daher nicht nur Geld, sondern auch Zeit investieren. Zwar werden nur die wenigsten alle Reparaturen selbst ausführen, doch muss der richtige Handwerker auch erst einmal gefunden, eingewiesen und kontrolliert werden. Und auch der Garten will gepflegt sein. Verglichen damit ist der Zeitaufwand bei Eigentumswohnungen eher gering. Hausmeister und Verwalter kümmern sich um das Nötige. Allerdings müssen sich Wohnungseigentümer des Öfteren in der Eigentümerversammlung zusammenfinden. Mindestens einmal im Jahr muss diese über eine Reihe von wichtigen Regelungen wie die Hausordnung, die Wahl des Verwalters und des Verwaltungsbeirats, die Höhe der Rückstellungen für Instandhaltungen und Reparaturen sowie über größere Reparaturen entscheiden. Kompromissbereitschaft und Verhandlungsgeschick sind wichtige Aspekte, wenn beispielsweise größere bauliche Veränderungen notwendig sind. Diese müssen laut Wohnungseigen-tumsgesetz noch immer einstimmig beschlossen werden.
4. Welche Freiheiten möchte ich haben?
Während man als Wohnungseigentümer immer den Beschlüssen der Eigentümerversammlung unterworfen ist, genießen Besitzer von Einfamilienhäusern ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit. Umfang, Zuschnitt und äußeres Erscheinungsbild der eigenen vier Wände können sie innerhalb der gesetzlichen und technischen Vorschriften selbst bestimmen. Zudem ist die alleinige Nutzung von Haus und Garten insbesondere für Familien mit Kindern ein Argument, sich für ein Eigenheim zu entscheiden. Sie profitieren hier von dem größeren Platzangebot und zusätzlichen (Stau-)Räumen im Dachstuhl oder im Keller. Ein weiterer Vorteil von Einfamilienhäusern ist die geringere Lärmbelastung. Nachbarn sind oft deutlich weniger hörbar. Umgekehrt lässt es sich im eigenen Haus gelassener Musik machen und feiern.
Insgesamt lässt sich festhalten: Eine Familie mit Kindern ist in einem eigenen Haus besser aufgehoben. Ein Haus bietet meist noch Ausbaureserven und kann daher mit der Familie wachsen und mit einem Garten haben die Kinder ihren eigenen Spielplatz, um zu toben und an der frischen Luft zu spielen. Darüber hinaus gelte es aber auch, persönliche Vorlieben zu berücksichtigen. Auch für Ruhebedürftige und Gartenliebhaber kommt ein Häuschen im Grünen in Frage. Ansonsten ist für Singles und kinderlose Paare eine Eigen-tumswohnung die oft deutlich günstigere Lösung.












